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Christiane Fleissner



Vorstellungen der idealen Idylle erstrecken sich besonders
auf Landschaften fern alltäglicher Umgebung wie Ferien-
und Freizeitorte. In den meisten meiner Arbeiten gehe ich
diesen "Traumlandschaften"  auf den Grund
und versuche durch das Separieren verschiedene architektonischer
Strukturen, die Beschaffenheit bebauter Landschaft zu erkunden.

Ich arbeite mit unterschiedlichen Schichten und Techniken
die meiner Arbeit wieder skulpturale Plastizität verleihen.
Fotodrucke sind teilweise beidseitig auf Plexiglas kaschiert,
fungieren mit Folie überzogen als Hintergrund oder Fotoabzüge werden
direkt auf die Scheibe montiert.
Die Fotografie teilweise ungeschützt auf die Plexiglasscheibe zu setzen
verdeutlicht deren Verletzlichkeit, die an die Verwundbarkeit
des menschlichen Körpers erinnert. Fragen nach der Oberflächen-
beschaffenheit, der Wahrnehmung von nah und fern und den
Behausungen dieser Stadtlandschaften drängen sich auf.
Wie Lebewesen krallen sich die Gebäude teilweise in die Landschaft,
oder schweben unverwurzelt über der Natur.
Die Collagen modelliere ich zum Teil mit mattem Tesafilm,
ähnlich der Technik der Übermalung in der Malerei.
Das Thema meiner neueren Arbeiten ist zunehmend das
Phänomen der Suche nach dem Ort der Sehnsucht: Fremde Landschaft
bedeutet auch immer wieder Aussichten und Fernblicke
wie Postkartenmotive zu sammeln.
Der Blick schweift in die Ferne, wir wollen eigentlich
an dem Ort verweilen, an dem wir uns gerade befinden.
Abgebildete Hotelanlagen und Apartmenthäuser oder
landwirtschaftliche Betriebe offenbaren die architektonische Hässlichkeit
und betonen zugleich die Funktionalität der Gebäude.
Lucius Burkhard, der in den 80er Jahren die Spaziergangswissenschaften
begründete, erörtert in einem Essay "Warum ist Landschaft schön?",
dass sich der Aufbau der Landschaft aus bestimmten Elementen
stets an dem Ideal des "lieblichen Ortes" orientiert,
"wie er durch Malerei und Literatur seit Homer und Horaz über
Claude le Lorrain, der Romantiker und schließlich die
Prospekte unserer Fremdenorte und Zigarettenreklame vermittelt ist."*

In der Schichtung der Landschaft, dem Sezieren von Natur
und Architektur auf unterschiedlichen Ebenen erinnert mich meine
Arbeitsweise manchmal an die Herstellung von klassischen Trickfilmen.
Und die durch verschiedene Schichten angelegte Tiefe ist ein
zentraler Punkt meiner Arbeitsweise.
Es geht mir auch um die Momente der Auflösung - brüchige Bausubstanz
dokumentiert zugleich die Existenz divergenter Zeitschichten.
Antike Strukturen, Brückenkonstruktionen und marode Häuser
verbinden sich mit funktionalen Bauten der 60er und 70er Jahre,
und aktuelle Graffitis zeigen die schnelle Veränderung des Stadtbildes.
Die Architektur bildet eine Art Ankerpunkt
zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

*Lucius Burckhard: Warum ist Landschaft schön? In: Martin Schmitz (Hrsg.)
Warum ist Landschaft schön? Die Spaziergangswissenschaft,
Martin Schmitz Verlag, Kassel 2008, S34























Lebenslauf:

   1972             geb. in Wolfratshausen  

   1987-1990     Zeichenschule Bojer und Zeiler, München
    
   1991-1993     Berufsschullehre Holzbildhauerei
  
   1993             3 Monatiger Arbeitsaufenthalt in Pietrasanta-Carrara

   1994-2001     Studium an der Akademie der Bildenden Künste  
                       München bei Prof. James Reineking

   2001             Diplom, Diplomausstellung



  Ausstellungen (Auswahl):

  2912             Galerie Lichtpunkt "Der Blick dahinter" (EA)

  2011             Kunstraum Schwifting "Lebensräume Zeitenlos" (GA)
  
  2010             Ambacher Contemporary "Bel Ètage" -OPEN ART
                   München (GA)

  2010             Galerie Lichtpunkt "Free State of Bavaria" München (GA)

  2010             Galerie der Künstler "Landschaft I-IV" München (GA)
                     (Organisation und Teilnahme)

  2010             Kunsthaus Starnberg, Starnberg (EA)

  2009             WTS "Kunst am Isartor" München (EA)

  2009             Teilname an der Produzenten-Kunstmesse München
                      "Island of Art Festival"

  2008             Teilname am 16.Kunstpreis Aichach (GA)

  2008             Teilname am Celeste Kunstpreis, Biennale Berlin (GA)

  2007             Teilname Art fair, Köln

  2007             Kunstraum Schwifting "Heimat" (GA)

  2007             Galerie Lichtpunkt "Stadtlandschaften" München (GA)

  2006             Teilname am 13. Kunstpreis Aichach (GA)

  2006             Kunstraum Schwifting (EA)

  2005            "in der ersten reihe" München (EA)

  2004             Galerie im Münchner Literaturbüro München (EA)

  2003             "Die Schachtel" -das unheimliche in der Fotografie (GA)

  2002             "Die Schachtel" -Das Fest (GA)

  2000             "Die Schachtel -blond (GA)

  1999             Kunstbunker Tumulka "Strassenarbeiten" (GA)

  1996             Bildhauersymposion und Arbeitsaufenthalt
                         Naxos Stadt -Griechenland (GA)







Christiane Fleissner  


Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München
ab 1995. Klasse Reineking.

Letzte Aktualisierung dieser Seite
am 27.04.2012.


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