Vorschau
Clea Stracke & Verena Seibt - Intro
Debutantinnen 2010
[Katalog-Release]
Vernissage Do, 30.09.10
Galerie Gedok München
Fr. 10.09.10 – Import Export KulturTransportfestival - Eröffnung - Vorstellung des Stadtatlas’, Audiowalk + Livekonzert: „Palo Santo“
Einlass: 17.00 h
Beginn Livekonzert: 21.00 h
Goethestraße 30, München

Munich Central Soundscape (2010) | Audiowalk, 25 min.
Aus den Geräuschen und Stimmen des Viertels ist ein begehbares Hörspiel entstanden. Die tragbaren Audiosets sind wieder ab dem 10.09.10 an der Theke des Festivalzentrums/ Goethestraße 30 entleihbar.
Sprecher: Toni Gruber, Savas Tetik, Steven Scharf, Hildegard Schmahl, Clea Stracke, Dank an die Münchner Kammerspiele
Quellenverzeichnis auf decreative.org

Central Map | Interaktiver Stadtplan und Guide-Booklet (2010)
im Rahmen von Munich Central, Münchner Kammerspiele 2010
Die Central Map spiegelt als zimmergroße Pinnwand das Münchner Hauptbahnhofviertel auf bildhafte Weise wider. Mit Fotos, Geschichten und Kleinoden als Zwischenergebnis unserer Spurensuche bestückt, ergibt sie ein sich stets veränderndes Bild vom derzeitigen wie historischen Leben, Arbeiten und Sein.

Pascal Jäger
Die Konstruktion des Erfolges (Siegertreppe) (2009) | Rauminstallation
Zur Ausstellungsreihe „Erste Jahre der Professionalität“ im BBK München hinterfragen wir das gesellschaftliche System von Erfolg und Misserfolg, Glück und Pech, positiv und negativ. Ein übergroßes Siegerpodest dient uns hierbei als greifbare Form, als Manifestation eines Systems von Gewinnen und Verlieren – nicht aus mehr bestehend als aus zehn hölzernen, einseitig gelackten Einzelteilen. Im seinem dekonstruierten Zustand changiert es zwischen Vergangenheit und Zukunft. So kann es als abgebaut, als „abgespielt“ gelten. Oder es steht just nicht zusammengebaut „im Lager“ und wartet auf seinen Auftritt.
Auf der einen Seite regen die klaren, kühlen Formen dazu an, an diesem Spiel mit seinen oft unklaren Regeln kritiklos teilzunehmen. Auf der anderen Seite kann die schwarze Farbe und die düstere Stimmung des schwach beleuchteten Raumes als ein Hinweis auf das „böse Spiel“ gelten.
Zu der Arbeit ist eine Fabel erschienen „Der Falsche Apelles – Oder der Fuchs als Mahler“, verfasst von Dr. Christian Hartard, mit einem Stich von Wilhelm Kaulbach (Buchseiten, bedruckt, gerahmt, 60 x 40 cm). www.freischwimmer.net/apelles.pdf
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Unterwelt (2009)
Video HD 8’50’’
Das Video zeigt den Keller als einen geheimnisvollen Ort der Erinnerung, des Verborgenen und des Verdrängten. Auf einer langen Kamerafahrt wird der Betrachter mitgenommen in die Unterwelt, wo er Szenen und Situationen erlebt, die ihm vertraut und fremd zugleich erscheinen.
Durch graue Erdschichten gräbt sich die Kamera in eine labyrinthische Dämmerzone aus Gängen, Schächten, Gewölben, die wie adriges Wurzelwerk die Stadt unterhöhlen. Bibliotheksmagazine gleiten vorbei und Archive, in denen Seltsames steht, der kathedralartige Saal eines Trinkwasserreservoirs, Waschküchen, Kellerabteile in gelblichem Lampenschein. Die Welt oben dringt nur gedämpft und gefiltert hierhin: als blasser Lichtstrahl, der durch irgendeine Ritze tropft, als leises Orgelspiel, das von weit in die Stille einer Krypta geweht wird. Dann schneidet der Beat eines Clubs herein, das Stampfen von Füßen; später bleiben nur mehr die feinen, flüsternden Geräusche raschelnden Papiers oder einer knarzenden Tür, das Pochen und Summen unbekannter Maschinen, ein Rauschen im Dickicht der Röhren und Leitungen, das Glucksen und Gurgeln der Kanalisation.

Pascal Jäger
Autokino (2009) | Rauminstallation mit Videoloop 3'10''
Ein Auto mit einer auf dem Dachträger montierten Regenanlage. Der Scheibenwischer läuft, Motorgeräusche und eine Melodie aus dem Radio. Davor eine Kinoleinwand. Doch was man dort sieht ist die Illusion der eigenen Realität.
Radiomix von Carl Stracke

Schaukel 1989 (2009) | ehem. Brauerei, Rehlovice/ CZ

Pascal Jäger
Regendach (2009)| Rauminstallation am Haupteingang, AdBK München
Unter dem Vordach des Akademiehauptportals prasselt Regen auf die Besucher des Hauses. Mit der Heiterkeit eines barocken Wasserscherzes überspielt die Arbeit die Strenge der Repräsentations-architektur und konterkariert ihre Zweckhaftigkeit: Wer hinein oder hinaus möchte, gerät genau dort, wo er Schutz vor der Witterung vermutet, in einen kalten Schauer. Herausgelöst aus dem natürlichen Wetterzyklus entfaltet der Regenschauer zugleich seine sinnliche Qualität.


Und das Schiff fährt (2009) | HD Video 5'10''
Fluctuat nec mergitur.
„Es mag schwanken, aber es geht nicht unter.“
(Devise der Stadt Paris)
Der Erweiterungsbau von Coop Himmelb(l)au der Kunstakademie München wird zum Schiff auf hoher See - als Metapher für die Kunst und ihre Institution.
Eine Kunstinstitution ist, wie ein Schiff, ein geschlossenes System, ein Kosmos im Kleinen und für sich. Was beide beweglich macht, hält gleichzeitig die Außenwelt auf Distanz: dort die Weite des Meeres, hier die seltsame Unbestimmtheit des Daseinszwecks, die man gerne Freiheit nennt. Das eine wie das andere kann zum Gefängnis werden. Die Matrosen, die sich, den Blick ins Ungefähre gerichtet, an der Reling aufgereiht haben, um zum Jammern eines Schifferklaviers Schuberts Ode an die Kunst zu intonieren, sitzen schon darin. Auf der Kommandobrücke unterdessen hat der Kapitän seine Augen auf den Horizont geheftet, ein entschlossener Blick durchs Teleskop, als habe er den Kurs noch unter Kontrolle. Kein Land in Sicht. Aber das Schiff fährt. (Christian Hartard)

Pascal Jäger
Absprung (2008)
Rauminstallation, AdBK München
Die Integrierung eines überdimensionalen Sprungbretts in die dekonstruktivistische Architektur von Coop Himmelb(l)au betont ihren Charakter einer hedonistisch orientierten Badespaßinstitution.
Auf der anderen Seite könnte der Sprung vom Vordach des Akademie-Erweiterungsbaus aufs harte Pflaster der Realität eine unsanfte Landung bedeuten.

Pascal Jäger
Dekonstruktive Kritik – ein Streitgespräch zwischen zwei Fassaden (2007)
Audioinstallation, AdBK München
Die beiden Gebäude der Münchner Kunstakademie von Neureuther und Coop Himmelb(l)au begegnen sich in ihrem zugigen Zwischenraum als ungleiche Nachbarn. In der Audioinstallation von Verena Seibt und Clea Stracke werden sie zu Metaphern unterschiedlicher Kunstbegriffe.
Der historisierende Altbau, in dem sich die Klassenräume befinden, vertritt die Grundwerte von Kunst und Kultur (T. W. Adorno/ Studenten), während der Neubau in Bezug auf die Nutzbarkeit seiner Architektur - als Sitz der Verwaltung - jene Kunstauffassungen symbolisiert, die der künstlerischen Praxis Sauberkeit, Eingliederung (Stimme der Hausverwaltung) und Marktwert (C. Schmickler) abverlangen und zu guter Letzt dem Klischee vom genialen Künstler folgen (Balzac).


Brainstorm/ Alles in Ordnung (2008) | Rauminstallation mit Torte und Magazin
Eine Torte, zu groß.
Kaffeetischidylle.
Alles in Ordnung.
Ein vorbeifahrender Güterzug bricht tosend durch die Gardinen.
Die Gedanken zum Prager Frühling und zu 1968
liegen wild zerstreut überall.
Die mit Fotos und Zeichnungen beklebte und kopierte Blättersammlung ist Zwischenergebnis unserer Spuren- und Bildersuche. Sie befragt skizzenhaft die Themen der 68er in Deutschland, ihre Gültigkeit für heute, ihre Verflachung im kollektiven Gedächtnis, daneben die elementar andere Bedeutung des Prager Frühlings für Tschechien zur selben Zeit sowie die Idee von Ordnung und Umsturz im Allgemeinen.
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Hobbykeller - Traum und Trauma (2008)
Rauminstallation mit „Alltäglicher Performance“, AkademieGalerie München
Ein ganz normaler U-Bahnhof-Eingang hier an der Universität München, doch er unterscheidet sich: In einem Schaufenster liegt ein Mann auf dem Boden und beschäftigt sich mit einer Spielzeugeisenbahn. Der Mann murmelt vor sich hin, kichert, flüstert, hustet und all diese Geräusche sind überdeutlich vor der Glaswand zu hören, sie werden nach draußen in das U-Bahn-Sperrgeschoss übertragen.
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Die Künstlerinnen Verena Seibt und Clea Stracke verkehren hier den öffentlichen Galerieraum analog zu seiner unterirdischen Lage in den Hobbykeller eines Privathaushaltes.
Die bis ins Detail ausgestattete Kellerbühne wandelt sich in ihrem Erscheinungsbild mit ihren täglich wechselnden Darstellern, die dort ihrem eigenen Hobby nachgehen; deren private „Requisiten“ stehen als emotional aufgeladene Metaphern für das Innenleben der Akteure.
Was man dort im Vorbeigehen durch die Glasscheibe der Galerie beobachten kann nennen die Künstlerinnen „Alltägliche Performance“.
Hiermit wird im Verlauf der Ausstellung wird der Unort Hobbykeller in seinen unterschiedlichen Ausformulierungen untersucht um ihn als Ort des Verborgenen jenseits des Scheins spürbar zu machen, als Zuflucht für Geheimnisse, Träume und Abgründe.

Betonmodell (2007)
Mit dem vollständig mit Beton ausgegossenen Hohlraum eines Theatermodells erstarren wohl alle Spiele auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

Weil ich es will (2008) | ehem. Wäscherei, Dachau
Der Eingriff in die Örtlichkeit einer ehemaligen Wäscherei ist zum einen Ergebnis der Auseinandersetzung mit den dort befindlichen weiß gekachelten, neonbeleuchteten Maschinenräumen, zum Anderen huldigt er - als Relikt eines Befreiungsschlages - der Frauenemanzipation.

Clea (2008) | Videoloop 2'54''
Ich male direkt auf die Wand mit schwarz fünf Kringel, die meinen Namen bedeuten können. Dann bin ich fort. Es dauert nicht lang bis der Hausmeister kommt, der im Auftrag der Verwaltung akribisch meine Spur tilgt.
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The Show must go on (2006)
Der Schriftzug knallt in großen geschwungenen Lettern von der bröckeligen Fassade.
Ein memento mori für Las Vegas.
Clea Stracke & Verena Seibt
Manche Geschichten muss man erfinden. Manche findet man. Und manchmal muss man auch ein wenig nachhelfen, um die versteckten Geschichten ans Licht zu holen. Verena Seibt und Clea Stracke erfinden nichts. Sie finden und lassen finden. In ihrer seit 2004 bestehenden künstlerischen Zusammenarbeit untersuchen sie Orte, Räume und Institutionen, um mit minimalen Eingriffen deren zugrundeliegenden, verschütteten Strukturen hör-, sicht- und spürbar zu machen. Ihre ästhetischen Setzungen sind deshalb Anstiftungen zu einem zweiten Blick auf den Alltag und das soziale Gefüge: Kommentare, die das zur Sprache bringen, was den Dingen sonst unbemerkt anhaftet, subtile Manöver, die das Vertraute gerade fremd genug werden lassen, um es als etwas Neues sehen zu können. (Christian Hartard)
Clea Stracke
1982 geboren in Berlin – Tempelhof
2001-07 Studium an der Akademie der Bildenden Künste München bei
Prof. Ezio Toffolutti und Prof. Norbert Prangenberg
2004 Nuova Accademia di Belle Arti, Mailand
2005 Hochschule für Bildende Künste bei Raimund Bauer, Hamburg
2009 Diplom Akademie der Bildenden Künste München
Verena Seibt
1980 geboren in Dachau
2001-08 Studium an der Akademie der Bildenden Künste München
bei Albert Hien und Stephan Huber
2004 Akademie der Bildenden Künste Wien bei Heimo Zobernig
2009 Diplom Akademie der Bildenden Künste München
ab 2008 Kuratorische und künstlerische Mitarbeit im Lothringer13Laden München
Ausstellungen (Auswahl)
2010 Erste Jahre der Professionalität 29, Galerie der Künstler, München
Intro, Debütantinnen 2010, GEDOK München
STARTED ´10, Galerie Klatovy/Klenová/ CZ
2009 Mehrwert Kunst, Frankfurter Kunstverein
Unconscious, Galerie Steinle Contemporary, München
Start Point 2009, Galerie Klatovy/Klenová/ CZ
Self-Made Cavalcaders, Art´s Complex Edinburgh/ GB
Zlom 89, Kulturzentrum Rehlovice/ CZ
Wunderkammer,Färberei München
Schön, Rathausgalerie München
Debütanten, Akademie der Bildenden Künste München
2008 Konstruktive Irritationen I - systemische Aufstellung der Akademie
Hobbykeller, AkademieGalerie München
Prager Frühling/ 68, Kulturzentrum Rehlovice/CZ
Walk of Femme, Artothek Dachau
6000 Jahre München/ Klassenausstellung, Galerie der Künstler
Erfolg durch Rebellion, Espace Ubu, Barcelona/ ES
STADTMACHTKUNST, public space, Linden, Hannover
Preise/ Stipendien
Projektförderung des Akademievereins 2008
Preis der Erwin und Gisela von Steiner Stiftung für Diplomanden 2009
Start Point Preis 2009
Förderpreis der Stadt Kaufbeuren für zeitgen. Bild. Kunst 2009
Projektstipendium für Bildende Kunst der Stadt München 2009
Debütantenförderung 2010, Gedok München
Atelierstipendium der Stadt München 2010
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Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München
ab
2001. Klasse Toffolutti.
Letzte Aktualisierung dieser Seite
am
01.09.2010.
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