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Marie-Madlen Weber









Heimatstück
2017-2019, Holzmöbel lackiert, Teppich, Marmor, Breite 300 x Tiefe 200 x Höhe 136cm





Anwesend/Abwesend (Foto: Stefan Vavra)
2012, Wachs (Paraffin), 0,30m x 0,90m x 2,00m
Während der sechstägigen Debütantenausstellung, in der Akademie der Bildenenden Künste München, schläft Marie Madlen Weber jede Nacht auf einem Wachsblock. In der Nacht nimmt der Block langsam die Körperwärme der Künstlerin an und gibt ihrem Körpergewicht zögerlich nach. Am nächsten Morgen sind für den Betrachter erste feine Körperabdrücke im Wachs zu sehen. Für den Betrachter sind lediglich die Spuren des Körpers der Künstlerin im wieder erkalteten Wachs sichtbar, die sich von Tag zu Tag deutlicher abzeich- nen. Die Anwesenheit Marie Madlen Webers bei Nacht, zeigt sich während der Ausstellungseröffnung durch den schrittweise sich vertiefenden Abdruck. Bei Tag ist sie abwesend und doch zeugen die Veränderungen imaginär von ihrer körperlichen Präsenz.






7,14, 21
2012, Wachs (Paraffin), 2,00m x 0,45m x 0,45m
An drei aufeinander folgenden Tagen sitzt Marie
Madlen Weber jeweils sieben Stunden auf einem massiven Wachssockel.
Durch Wärme wird das Material weich und beginnt sich, zähflüssig geworden, zu verformen. Es quillt über die Sockelkante, zieht sich Richtung Boden und verändert
so Schrittweise die Skulptur. Die Form ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Körperwärme und vergehender Zeit. Der Wachssockel dient als Ausgangsmaterial, das für ein Prinzip der ständigen Veränderung genutzt wird. Das Wachs für die Arbeit „7,14,21“ wurde schon in einer früheren Installation „Raum orange“ genutzt. In den unterschiedlichen Arbeiten geht es um die Interaktion von Material und Körper, wobei die Körperwärme jeweils eine ausschlaggebende Rolle spielt, die dann auch den Formungsprozess bestimmt. Durch Erhitzen wird das Material flüssig, löst sich also von einer bestimmten Form, um dann wieder bestimmt zu werden und neue Abdrücke aufnehmen zu können, die durch Interaktion zwischen Körper und Wachs entstehen.
Der Wachssockel steht nach drei Tagen als Skulptur
im Raum und die Fotografien zeigen die Stadien seiner Transformation. Im Abdruck speichert sich die negative Form und gibt eine Ahnung vom menschlichen Körper, der mit dem Material interagiert hat.










Mein Zimmer (Fotos: Andreas Schleippmann)
2009-2011, Diverse Materialien, 4,00m x 2,80m x 2,50m

„Man kann jedes Ding noch so sehr zertrümmern, immer bleiben Dinge übrig.“ (Hartmut Böhme)
Sämtliche Gegenstände des Zimmers in dem ich lebe, werden in einem mehrstufigen Vorgang der Zerlegung und Abformung in fragile Hüllen verwandelt.
Zunächst werden Textilien, wie z.B. Vorhänge, Bettwäsche, Handtücher, die sich im Raum befinden zerrissen und zermahlen. Mit dem daraus angerührten Brei, werden dann alle Kleidungsstücke umformt. Als nächstes werden die Kleider ihrer Ummantelung entnommen, selbst zerrieben und in Hüllen für die Bücher des Zimmers verwandelt. Auch die Bücher werden daraufhin zerkleinert, um die Möbel zu umformen. Schließlich um- schließen die zertrümmerten Möbel Fußboden, Decke und Wände des Zimmers.
Alle Gegenstände des Zimmers haben jetzt ihre alte Materialität verloren und damit auch ihre Funktion und ihren Wert. Zurück bleiben nur noch Hüllen ihrer einstigen Gestalt.

english
My Room

“One can crash everything in every way, still things will remain.” (Hartmut Böhme)
All the items of the room I am living in are transformed into fragile shells during a multistage procedure of decomposition and moulding.
Initially textiles, as curtains, bedding, towels, present in the room are torn and ground. After adding water the pulp is used to coat all clothes in the room. Next, the clothes are taken out of their sheathings and are ground, too, becoming themselves sheathings for the room´s books. Subsequently the books are shredded to envelop the room´s furniture. In the end the smashed furniture covers the room´s floor, ceiling and walls.
Finally all items in the room have lost their old materiality and thus their function and their value. Just shells of their former shape remain.
  
    

          






Raum Orange
2009, Wachs, Spanplatte, Rigips, 2,40m x 2,07m x 2,07m

Filmsequenz zum Projekt auf Vimeo/Video about the project on Vimeo:
https://vimeo.com/36508875/055f6314c8
(Kamera: Janis Willbold)

(Ausschnitt) Josef Guggenberger
Einem begehbarer Raum, dessen Boden, Decke und Innenwände vollständig mit Wachs ausgekleidet sind, liegt das Prinzip von Veränderung und Umgestaltung zugrunde. Zu Beginn wiesen die Wachswände des Quaders eine glatte Oberfläche auf, die im Laufe der Ausstellung durch das Betreten, Berühren und Modellieren der Besucher verschiedener Veränderungen unterzogen wurden.
Die aktive Beteiligung des Rezipienten und die dadurch hervorgerufene haptisch-sinnliche Erfahrung werden auch durch die Lichtkonzeption des Raumes unterstützt: der Besucher betritt einen Rückzugsort, in den einzig durch den schmalen Eingangsspalt Tageslicht von außen auf die in warmem Orange gehaltenen Wachswände fällt.
Der wächserne Innenraum zeichnet jede intensive Berührung, die durch die Körperwärme seiner Besucher erzeugt wird auf und wird für den einzelnen Betrachter somit zum Dokument seiner Vorgänger, zur Moment- aufnahme eines Prozesses von unbestimmtem Ausgang.                                                                            

english:
Room Orange
2009, wax, chipboard, plasterboard, 2,40m x 2,07m x 2,07m
(An excerpt of a text by Joseph Guggenberger)

“Room Orange” is an accessible room whose floor, ceiling and interior walls are completely lined with wax. The room is based on the principle of change and transformation: In the beginning the interior wax walls are even but during the exhibition the walls´ surface is changing in different ways due to the visitors who touch and mould the wax. The recipients´ active participation and the resulting sensual experience are supported by the room´s light setting: The visitor is entering a haven of warm orange which is only illuminated by the daylight that falls through the narrow entrance slit. The waxen interior registers each impact because of the visitors´ body warmth and is thus like a document to the visitor which tells him about his predecessors. The walls become a snapshot of a process with an indefinite ending.

Aufbau:











Schicht für Schicht
2008-2009, Marmor, je Foto: 13,5 cm x 20,2cm, Steinstaub: 80cm x 55cm x 45cm

Als Ausgangpunkt der Arbeit dient ein alter Marmorblock, dessen Oberfläche mit einer gräulichen Patina überzogen ist. Der bildhauerische Prozess findet ausschließlich auf einer Seite des Steinblocks statt: Zunächst entstehen zarte Spuren, welche die Risse des alten Steines um- zeichnen. Diese bleiben nun zwischen dem funkelnd hervorkommenden Stein stehen. Nach Vollendung dieses ersten Reliefs wird das Bild wieder gelöscht. Schrittweise verschwinden die feinen Stege und weichen einem glatt gespitzten Weiß. Auf dieser flachgehauenen Oberfläche entsteht nun schon das nächste Bild. Diesmal gehen die Formen mehr in die Tiefe, orientieren sich jedoch wieder an der Maserung des Steins. Auch dieses Relief weicht wieder einer blanken Fläche. Nach und nach wird der Stein immer dünner, da in jeder Schicht ein Bild entsteht, welches nach seiner Fertigstellung wieder abgehauen wird.
Am Ende ist der Stein zu Staub gehauen. Es bleiben je- doch die Fotos einer jeden Schicht, die die Erinnerung an die im Stein gefundenen Geschichten dokumentieren.

english:
Layer after Layer
2008–2009, marble, 25 photographs, each13,5cm x 13,5cm, stone dust-heap: 80cm x 55cm x 45cm

Starting point of the sculptural progress is an old block of marble which is coated with a grey patina. The sculptural impacts are merely made on one side of the block. Delicate traces emerge redrawing the cracks of the old stone. Those relief-like drawings remain visible inside the sparkling stone which is more and more revealed by the sculptural process. But after finishing this first relief the image is erased again and the fine lines disappear giving way to a brilliant white. On this smoothly carved surface the next image occurs: This time the forms go deeper though they orientate themselves to the texture of the stone again. This relief is, again, extinguished by the further sculptural treatment. Gradually the stone is getting thinner and thinner as more and more images emerge which are hewed off again.
In the end the marble block has been carved into dust. But the photographs document the memories of the stories found in the stone.




                                  




Steinscheiben
2006, Diabase, 65cm x 20cm x 25cm 2006, Marmor, 60cm x 15cm x 25cm, 2006, Marmor, 100cm x 15cm x 2cm

Stein, ein uraltes Material, das für Beständigkeit steht, wird in dieser Arbeit in feine Scheiben geschnitten. Durch diese Bearbeitung wird ihm seine charakteristische Eigenheit – die Schwere – genommen. Dank dem neuen filigranen Ausdruck entsteht die Möglichkeit einer anderen Sichtweise: Das Innerste des Steins kann nun betrachtet werden und so werden die natürlichen Zeichnungen und Texturen des Steins für den Betrachter sichtbar.

english:
Stone Slices
2006, diabase, 65cm x 20cm x 25cm, 2006, marble, 60cm x 15cm x 25cm, 2006, marble, 100cm x 15 cm x 2cm

In this work the ancient material stone which is a symbol for reliability and stability is cut into thin slices. In this way its characteristic peculiarity – its heaviness – is taken away.
Thanks to the new filigree expression a different perception of the material is possible: the stone can be viewed from its inside and thus its natural drawings and textures become visible.  



Vita
Seit 2018
Dozentin an der Uni Augsburg mit dem Seminar "Gestalten im Raum/Steinbildhauerei"
2005-2012
Studium an der Akademie der Bildenden Künste, München
Examenspreis für herausragende künstlerische Leistungen
2008-2009
Erasmus-Auslandssemester an der Universidad de Barcelona, Spanien
2008
Dr. Reismüller Stiftung (Stipendium Carrara, Italien)
2007-2009
Hilfskraft in der Studienwerkstatt für Steinbildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München

Ausstellungen
2019
"Aus der Strömung II", KUNST BLOCK BALVE, München
2018
Ausstellungsbeteiligung beim "25.Aichacher Kunstpreis" Aichach
2013
Debütantenausstellung in der AdBK München
„Wkin=Wpot“
VBK Förderausstellung, mit Landspersky&Landspersky im Kunstpavillon, München
2010
"Feldflug"
Austellung mit der Klasse Hien (Puchheim)
2010
"Emsch 2010" im Goldenen Dorf
2009
„Premio Internazionale di Scultura“
Arcevia Rotary Club (Italien) 1.Preis
2009
„Performance und Installation“
zusammen mit Florian Rautenberg
an der Akademie der Bildenden Künste München
2008
„Bittergrün“
Ausstellung mit der Klasse Hien (Holledau)
2005
„Kunst in Sendling“
Ausstellung im Atelier Christiane Demenat (München)







(http://www.marie-madlen.com/   out of order at the moment)


Marie-Madlen Weber  


Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München
ab 2005. Klasse Hien.

Letzte Aktualisierung dieser Seite
am 05.10.2019.


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